Am 7. und 8. 12. 2013 fand das 2. ISA-Barcamp in Bremen statt. Die Interessen- und Selbstfindungs-Akademie (ISA) ist ein auf individuelle Interessen aufbauendes Bildungsprojekt zur persönlichen Entwicklung aus sich selbst heraus.

Es war das kleinste Barcamp, das ich je erlebt habe, und zugleich das produktivste. Insgesamt 6 Teilgeber(*)  fanden sich am Samstag ein, am Sonntag waren wir zu viert. Vorab war das Mitbringen von Snacks, Wasser etc.  über eine Versorgungsliste organisiert worden, daher kamen wir auch ohne Catering und Sponsoren locker über die Runden. Sowas müsste auch bei größeren Events gehen, denke ich.

Da wir aber durch das 1. ISA-Barcamp vor 6 Wochen schon mehrere Projekte initiiert hatten, war mir schnell klar, dass wir in der kleinen Gruppe eher produktiv sein würden. Während auf normalen (größeren) Barcamps die Themen eher angerissen werden, entwickelte sich dieses Barcamp schwerpunktmäßig zu einem Hackathon in Sachen Konkretisierung der ISA.

Am Samstag hatten wir 7, am Sonntag 4 Sessions geplant. Nur zwei der Sessions am Samstag liefen parallel, alles Andere im Plenum. Trotz der weitgehend nicht vorhandenen Barcamp-immanenten Wahlfreiheit konnte ich keine besonderen Energieabfälle bei mir und den anderen Teilgebern wahrnehmen. Wir waren alle sehr motiviert und hatten ein gemeinsames Ziel: Die ISA konkret auf die Beine stellen. Die Sessionthemen waren recht breit gestreut, wobei uns immer der Bezug zur praktischen Umsetzung im Sinn war: Stand der Dinge, Abschluss Projekt Kurzvideos, Inneres Team als Coachingmethode, Checkliste für ISA-Barcamps, Wie erreicht man funktionale Analphabeten, Außendarstellung und Strukturen der ISA, ISA an Schulen, Ansprache von Kunden im sozialen Bereich.

Besonders hervorheben möchte ich unsere Diskussion über Außendarstellung und Strukturen der ISA. Wer ist zuständig als Ansprechpartner für Presse oder Interessenten? Gibt es ein “Gesicht der ISA”? Da müsste es eigentlich bestimmte, gewählte Leute geben, so wie sonst auch überall. Anhand dieser Fragestellung konnten wir herausarbeiten, was die ISA ausmacht. Es ist nämlich ein zentrales Merkmal der ISA, dass es prinzipiell keine festgelegten Zuständigkeiten geben kann. Andernfalls würde jemand Verantwortung für etwas anderes als sich selbst übernehmen, was in Bezug auf die jeweils Vertretenden der Maxime “Trage Verantwortung für Dich selbst” widersprechen würde. Ich kenne zahlreiche Initiativen, die sich im Zusammenhang mit der selektiven Außerkraftsetzung oder Unterhöhlung ihrer vorgeblichen Grundsätze von einer tollen Sache zum genauen Gegenteil entwickelt haben. Ich frage mich inzwischen, ob eine Initiative überhaupt nachhaltig sein kann, wenn auch nur ein einziger ihrer Grundsätze nach dem Orwell’schen Muster “Alle sind gleich” nach “Alle sind gleich, aber…” transformiert wird.

Der konsequente Verzicht auf “Posten” bedeutet nicht, dass in der ISA keine kompetenten Ansprechpartner gäbe und die ISA somit für Presse und Interessenten unerreichbar wäre. Hier unsere maximenkonforme Lösung: Kontaktperson ist jeder Teilgeber, der sich das selbst zutraut. Wichtig ist, dass ihm selbst und seinem Gegenüber klar ist, dass er aus seiner persönlichen Perspektive über die ISA spricht. Infolgedessen wird nicht nur jeglicher Missbrauch von Posten unmöglich (gibt’s ja nicht mehr), es kann auch keine Illusion einer autorisierten Wahrheit betreffs der ISA erweckt werden (gibt’s ja auch nicht). Zur leichteren Auffindbarkeit kontaktfreudiger und -williger Teilgeber wurde vorgeschlagen, dass jeder in seinem Profil selbst kundtun kann, für welche Art von Kontakten er sich als hinreichend kompetent erachtet. Durch den Verzicht auf offizielle ISA-Ansprechpartner wird sich jeder Interessent eigenverantwortlich und selbstgesteuert den für ihn “richtigen” ISA-Teilgeber aussuchen. Diesen Erstkontakt-immanenten Vorgeschmack auf die ISA-Kultur könnte man auch als Authentizitäts-Marketing verstehen ;-)

Die zur Verfügung stehende Zeit wurde voll ausgenutzt und es wurden viele Nägel mit Köpfen gemacht. Die wichtigsten Ergebnisse im Telegrammstil: “ISAcamp” als neuer Name für ISA-Barcamps, Festlegung von Orten und Terminen der nächsten beiden ISAcamps ;-), Checkliste zur Organisation von ISAcamps, Entwurf eines neuen ISA-Logos, Planung zweier externer ISAcamp-Projekte, ein Hackathon-Termin für das Projekt ISA-Kurzvideos. Bestimmt habe ich noch was vergessen, ich schaue nochmal in die Session-Protokolle

Ich freue mich schon auf die kommenden ISAcamps und auf alle Interessierten, die ich heute noch nicht kenne und vielleicht bald zu Teilgebern unserer gemeinsam und authentisch gelebten Lernfreude-Gemeinschaft werden! Die Anmeldung zu den nächsten ISA-Events ist freigeschaltet.